Interview: Initiatorin Hannah P.

social attitude-Herzschlag deiner Stadt – das ist das Motto des gleichnamigen Print-Magazins, das in  den Startlöchern steht. Gründerin und Initiatorin Hannah Poppenwimmer erzählt von ihrer Motivation, ihren Zielen und was sie antreibt ein Printmagazin im Sozialen Sektor ins Leben zu rufen.

Wie bist du auf die Idee gekommen ein Magazin im Sozialen Bereich zu gründen?

Ein eigenes Print-Magazin zu haben war schon immer ein Traum von mir. Aber ich hatte neben Job und Studium nie die Zeit, mich diesem Traum zu widmen. Jetzt bin ich mit meinem Studium fertig und bin mehr als motiviert mein eigenes Unternehmen zu gründen. Ich habe die vergangenen Jahre im sozialen Bereich gearbeitet und extrem viele tolle Menschen kennengelernt, die ihr berufliches Leben damit verbringen anderen Menschen zu helfen. Sie beraten, begleiten, erziehen, unterstützen, verpflegen oder widmen sich der Lösung von sozialen Problemen. Das bewundere ich sehr – wenn es solche Menschen nicht geben würde, würde unser komplettes System zusammenbrechen. Wir alle haben direkt oder indirekt einen Bezug ins Sozialwesen, sei es ein Verwandter der gepflegt wird, ein Bekannter der im Spital ist oder Kinder die in den Kindergarten oder in die Schule gehen – wir alle sind in einer gewissen Art und Weise mit Menschen konfrontiert die im Sozialen Sektor arbeiten. Genau diese Menschen sollen bei social attitude im Mittelpunkt stehen, weil ich finde, dass sie viel zu wenig mediale Aufmerksamkeit bekommen. Stattdessen dominieren Themen wie Mode und Lifestyle und Klatsch und Tratsch die Medien. Das soll bitte nicht falsch verstanden werden, alles hat seine Daseins-Berechtigung und jeder der mich kennt weiß, dass ich auch ab und zu gerne solche Magazine lese, aber diese Menschen wechseln uns nicht den Verband wenn wir verletzt sind oder helfen uns wenn wir in eine soziale Notlage geraten.   Ich will einen kleinen Beitrag leisten – Menschen die im sozialen Sektor arbeiten, sind für mich der Herzschlag unserer Stadt und deswegen will ich über sie schreiben, sie kennenlernen und ihre Geschichten erzählen.

Was willst du mit dem Magazin erreichen?

Eine Onlinekampagne in Deutschland die Obdachlosigkeit thematisiert, hat es sehr treffend formuliert: #bringsocialbacktomedia. Genau das ist es. Menschen im Sozialen Bereich stehen in den Medien meiner Meinung nach viel zu wenig im Fokus. Ich will mit social attitude die Geschichten dieser Menschen erzählen, aufzeigen was sie jeden Tag leisten und herausfinden was sie antreibt sich jeden Tag für andere Menschen einzusetzen. Mit social attitude will ich die Geschichten auf eine sehr moderne und urbane Art und Weise vermitteln – modernes Layout, hochwertige Fotografien und lebendiger Schreibstil. Wenn sich am Ende Menschen im Sozialen gut repräsentiert fühlen, Außenstehende für das Thema sensibilisiert werden und Studenten von sozialen Fachrichtungen sich in ihrem Vorhaben bestärkt fühlen, dann habe ich mein Ziel erreicht. Ich weiß das sind große Ziele, aber man wächst ja bekanntlich mit seinen Herausforderungen. (lacht.)

Ein Printmagazin im Jahr 2017 gründen zu wollen ist mutig, oder wie siehst du das?   

Ja, es klingt vielleicht ein wenig naiv, wenn man in einem digitalen Zeitalter ein Printmagazin gründen möchte, aber ich glaube, dass es klappen wird und wir hier ein Nischenprodukt produzieren werden das funktioniert. Es wird trotzdem sicher nicht leicht, so naiv bin ich dann auch wieder nicht. (lacht) Ich finde immer schön etwas Habtisches in der Hand zu halten, umblättern zu können, die Druckerschwärze riechen, ein Hasenohr machen zu können – das ist immer noch etwas anderes als einen Artikel online zu lesen. Finde ich zumindest. Die gedruckten Magazine sollen dann in Ausbildungsstätten für soziale Studienrichtungen aufliegen, bei sozialen Organisationen und ausgewählten Geschäften und Lokalen. Aber neben dem Magazin werden wir natürlich auch online Interviews und Videos haben, wir wollen ja immerhin ein zeitgemäßes modernes Magazin sein, da gehört ein Onlineauftritt einfach dazu.

Wie sieht der Plan von social attitude für die kommenden Wochen und Monate aus?

Wir sind diese Woche mit der Homepage online gegangen und haben die ersten Geschichten erzählt. Natürlich werden die kommenden Wochen auch auf der Homepage neue Artikel veröffentlicht, aber der Hauptfokus liegt darauf die erste Printausgabe zu gestalten. Der Plan ist erst einmal eine Nullnummer zu produzieren und dann mit potentiellen Sponsoren und Fördergebern zu sprechen. Es ist immer einfacher etwas vorzustellen, wenn der Kunde auch tatsächlich etwas in der Hand hat. Also die erste Ausgabe wird einmal fix erscheinen, spannend wird es dann erst ob wir es schaffen werden genug Geld für die kommenden Ausgaben aufzustellen. (lacht) Im konkreten heißt das jetzt inhaltliche Planung, mit Fotografen sprechen, Interviews führen, Layout gestalten, mit Druckereien verhandeln – die kommenden Wochen werden definitiv intensiv.

Stellen wir uns April 2018 vor – was wäre dein Traumziel wie es bei social attitude aussieht?

Mein Traum wäre natürlich, dass ich die nächsten Ausgaben finanziert habe, meine zukünftige Mitarbeiter und Fotografen gut und fair bezahlen kann und ich selber auch davon leben kann. Wenn mich dann auch noch die Zielgruppe erreiche und sie sich gut repräsentiert fühlt

und ich positiven Zuspruch bekomme, dann hab ich alles erreicht was ich erreichen wollte. Aber jetzt haben wir ja erst April 2017 – man muss realistisch bleiben, es werden sehr, sehr anstrengende kommende Monate. Aber das ist ja nicht unbedingt was schlechtes. Ich rechne mit vielen schönen Momenten, viele Herausforderungen, viel Herzblut, aber auch Schweiß und Tränen. Wir werden sehen was passiert – noch ist alles offen. Ich freu mich jedenfalls auf eine spannende Zeit.

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  • M-Jay GaViria Melo
    21. April 2017

    Ich wünsche dir alles gute liebe Hannah und viel Erfolg.

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